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14.03.2017 | Kreis-Senioren-Union - Robert King
Senioren-Union im Gespräch mit dem Unionsfraktionschef
Volker Kauder in Wurmlingen: Wir werden die Wahl gewinnen

In der bis auf den letzten Platz gefüllten „Bierwelt“ der Hirsch-Brauerei Honer in Wurmlingen hielt der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder ein flammendes, mit viel Beifall aufgenommenes Plädoyer für eine unionsgeführte Bundesregierung  nach der Bundestagswahl im September.

Bei der Veranstaltung des Vorstandes der Senioren-Union Südbaden und der Kreisverbände Rottweil, Tuttlingen und Schwarzwald-Baar untermauerte und bekräftige der Christdemokrat diesen Anspruch und die damit verbundene Zuversicht mit den Worten: „Ich bin mir sicher, dass wir es schaffen werden.“ Nicht zuletzt auch, weil es notwendig ist, so konnten die Teilnehmer dieses morgendlichen Treffens nicht nur zwischen den Zeilen lesen: Auf der einen Seite die Gefahr von Rot-Rot-Grün mit einer rückwärtsgewandten Politik, die sich dadurch auszeichne, dass die SPD sich nun schon zum dritten Mal an der Agenda 2010 und damit an ihrer eigenen Politik abarbeite. Auf der  

anderen Seite beschrieb der Bundestagsabgeordnete dieses Wahlkreises die vielfältigen Herausforderungen, die es erforderlich machen, „dass wir innovativ und kreativ sind und die Wirtschaft weiter voranbringen und wir so auf diesem hohen Niveau unsere Aufgaben erfüllen können.“ Wenn schon die Irritationen und Unsicherheiten in der Gesellschaft deutlich zu spüren seien, so gelte es, mit klarer Linie, verlässlich und mit dem Blick auf die Anliegen und Bedürfnisse der Menschen Politik zu gestalten. Nicht das Geld umzuverteilen, sei jetzt das Gebot der Stunde,  

sondern die Wirtschaft in den Stand zu bringen, dass sie im weltweiten Wettbewerb besteht.

Und: „Wir wollen die ländlichen Räume stärken, wollen, dass die jungen Leute Wohneigentum bilden, dass sie hier in ihrer Heimat ihre Zukunft gestalten können.“ Ein Thema, das auch in der Diskussion breiten Raum einnahm. Wie auch die Pflege und die Zukunft der Rente.

Neben den Voraussetzungen für eine weiterhin erfolgreiche Politik im Innern waren die  Auseinandersetzungen innerhalb von Europa und gegenüber der Türkei von besonderem Interesse. Auch hier sprach Volker Kauder Klartext: „Europa ist in keinem guten Zustand. Doch dies liegt nicht an der Europäische Union und ihren Institutionen, sondern an den Nationalstaaten.“ Hier, zum Beispiel bei der Sicherung der Außengrenzen, „sind wir noch lange nicht am Ziel.“ Zähes Ringen sei vonnöten, und großes diplomatisches Geschick: bei einer Gemengelage, bei der wir unsere Partner nicht aussuchen können. Die geostrategische Lage ist nun einmal so wie sie ist. Einmal mehr verwarf der christdemokratische Spitzenpolitiker den von manchen erhobene Vorwurf, Deutschland habe sich gegenüber der Türkei erpressbar gemacht. „Stimmt nicht!“ Und nach einer Beschreibung der aktuellen Situation: „Aus Eskalation ist noch nie etwas Gutes erwachsen.“ Kluge Politik zu betreiben – darum gehe es. Gerade in derart diffizilen Bereichen: „Dann ist es wichtig, kühlen Kopf zu bewahren.“

Mit kühlem Kopf und dennoch mit Emotion: Die in der Aussprache angeregte Forderung nach mehr Emotionen in der Politik konterte Volker Kauder damit, dass er ganz sicher für eine leidenschaftliche Herangehensweise an die Politik steht. Und für eine, die auch mal ganz schnell reagiert: Wegen des Streiks des Bodenpersonals an den Berliner Flughäfen musste er sich kurzerhand ins Auto setzen und den Weg nach Wurmlingen auf diese Weise in Angriff nehmen.

Die paar wenigen Minuten Verspätung benutzten die Vorsitzenden der Senioren-Union, Eberhard Niethammer (Bezirk) sowie Helmut Spreter, Roland Ströbele und Klaus Panther geschickt und gekonnt zur politischen Diskussion. Darüber hinaus berichtete Werner Kessl, der sich seit Jahrzehnten mit der Thematik beschäftigt, über die vor kurzem erfolgte Eröffnung der Synagoge in Rottweil: „Für uns als Christdemokraten ein Signal uns mit dem Judentum gerade in unserer Region zu befassen.“

Schließlich stellte der Gastgeber der Veranstaltung und Seniorchef Rainer Honer die Hirschbrauerei, gab Einblicke in die faszinierende Welt der Bierkultur und konnte berichten, wie es seinem Unternehmen gelungen ist, sich durch Innovationen und kluge Politik im Wettbewerb zu behaupten.

Womit wiederum exakt der Bogen zu den von Volker Kauder zu Beginn seiner Rede angesprochenen Anforderungen und Herausforderungen an die Wirtschaft gespannt war: „In all den Jahren hat die Hirschbrauerei genauso gehandelt, wie es notwendig ist, um erfolgreich sein zu können.“ Und last not least, so sagte er, der auch schon mal „Botschafter des Bieres“ gewesen ist: „Mit ein Geheimnis des Erfolgs ist, dass diese Brauerei ein typisches Familienunternehmen ist. Und mit Rainer Honer ein Gesicht hat.“