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09.06.2018 | CDU Stadtverband Oberndorf
Ulrich Grosse: Die Gäubahn hat Zukunft
Der Nahverkehrsberater und Bahnexperte erläutert bei CDU-Informationsveranstaltung in Oberndorf schlüssiges Gesamtkonzept / Robert Häring kritisiert grünen Verkehrsminister
Hat die Gäubahn den falschen Namen und kommt deswegen aus ihrem Schattendasein nicht so recht heraus? Bei der Informationsveranstaltung des CDU-Stadtverbands Oberndorf in der Eingangshalle des Bahnhofs in Oberndorf warf der Nahverkehrsberater  Ulrich Grosse einen höchst aufschlussreichen Blick auf die Zukunft der Verbindung zwischen Stuttgart und Zürich. Die anstrebten Verbesserungen auf der überwiegend eingleisigen Strecke werden kommen und die Fahrzeit auf die zwei Stunden 37 Minuten ermöglichen, teilte der in Tübingen wohnende Bahnexperte mit: allerdings muss darauf aller Voraussicht nach noch etwas bis zum Jahr 2025 Geduld aufgebracht werden. Dann jedoch, im Zusammenhang mit der Fertigstellung von Stuttgart 21 und der Anbindung der Gäubahn an den Flughafen Stuttgart und mit der Neigetechnik wird diese dem Stand und der Qualität entsprechen, der eine gute Alternative zur Fahrt mit dem PKW auf den überlasteten Straßen darstellt. „Herr Grosse kennt in Baden-Württemberg jeden Fahrplan“, hatte der Vorsitzende der CDU Oberndorf, Robert Häring, bei der Begrüßung im Bahnhof, dem für die Veranstaltung genau passenden Ambiente gesagt. Dass dies stimmt, konnten die Besucher bei dem einstündigen, mit zahlreichen  Schaubildern, Karten und Fotos unterstützten und unterlegten Vortrag und der anschließenden, regen Diskussion feststellen. Doch viel mehr noch beeindruckte, wie der Bahnexperte  detailliert und anschaulich die Hindernisse und vor allem auch die angestrebten Maßnahmen beschrieb. Angefangen von dem Bahnhof in Köln, der als Fixpunkt  den Takt vorgibt für die Fahrplangestaltung im gesamten Land.

Trotz der nach Provinz klingenden Bezeichnung Gäubahn: die „Magistrale Stuttgart – Zürich“ als eine von drei Nord-Süd-Verbindungen neben der Rheintal- und der Brennerbahn liegt deren Bedeutung auf der Hand. Und zwar nicht nur wenn, wie im vergangenen Jahr geschehen, die Rheintalstrecke ausfällt.

Das Konzept für die Verkürzung der Fahrstrecke ist da, auch die finanziellen Mittel stehen bereit. Der Bund stellt die 550 Millionen Euro nach der Verabschiedung des Bundesverkehrswegeplans zur Verfügung, stellte Ulrich Grosse: „Es muss nun geplant werden, damit die  Gelder nicht verfallen, weil die Planungen nicht soweit sind.“  

Wie sehr auch die Situation und der Service auf den Bahnhöfen mit entscheidend für die Akzeptanz der potenziellen Kunden ist, betonte Robert Häring und wies auf das Reisebüro im

Oberndorfer Bahnhof hin: „Hier können die Fahrkarten noch am Schalter gekauft werden.“ Und er verband den Hinweis mit dem Dank an den Betreiber und dem Appell, dieses „ja nicht mehr überall vorhandene Angebot zu nutzen.“

Ein herzliches Dankeschön und viel Beifall gab es vor allem auch für Ulrich Grosse und seine so umfassende Darstellung einer so komplexen wie nachvollziehbaren Konzeption für die Gäubahn, die dann dem gerecht werden wird,  was dem Fahrgast am wichtigsten ist: Wie komme ich am schnellsten von einem Punkt zum anderen?

Auch darum konterte Robert Häring die ablehnende, „völlig unangebrachte“ Äußerung des grünen Verkehrsministers Hermann gegen  Stuttgart 21 vehement: „Er soll seinem Auftrag nachkommen und daran mitwirken, dass dieses für das ganze Land wichtige und notwendige Projekt realisiert wird. Und mit dazu die Gäubahn als ein wesentliches Bindeglied ins gesamte Schienennetz!“

So der Oberndorfer CDU-Stadtverbandsvorsitzende, der seine Leidenschaft für die Bahn mit dem Referenten dieses Abends teilt. Dieser freute sich über das dazu passende Geschenk, mit dem sich Robert Häring bei Ulrich Grosse bedankte: ein Fahrkartenpräger wird ihn, „der sein Hobby zum Beruf gemacht hat“, an diesen Abend erinnern. Und die Teilnehmer dieser Infoveranstaltung konnten die Erkenntnis mit nach Hause nehmen, dass die Gäubahn sehr wohl Zukunft hat. Und so gar nichts mit Provinz zu tun hat. Egal wie sie heißt.   

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